Interview

7 Fragen an Jaime Hayón

COUCH war auf der Blickfang in Zürich und ist natürlich Jaime Hayón, Blickfang Kurator des Jahres 2012 und gefeierter Stardesigner, über den Weg gelaufen. Die perfekte Gelegenheit, um dem spanischen Designer einmal auf den Zahn zu fühlen.

KURATOR-TALK: Jaime Hayón im Gespräch - man beachte seine roten Socken!

 

Jaime, was bedeutet es dir Blickfang Kurator des Jahres zu sein?

In erster Linie ist es für mich eine neue Herausforderung. Ein Abenteuer. Und ich freue mich sehr dabei sein zu dürfen.

 

Du hast Bethan Laura Wood als deine "Selected Designerin" ausgewählt. Warum?

Bethan ist für mich eine neuer Designer-Typ, denn sie beschäftigt sich nicht nur mit dem Design als solches, sondern lebt ihre Kreativität in verschiedensten Disziplinen aus. Als Kreativer kannst du es dir heute nicht mehr leisten, keinen Blick über den Tellerrand zu riskieren. Außerdem mag ich an Bethan, dass sie einfach sie selbst bleibt. Egal, ob du Mode machst oder Möbel, ob du fotografierst oder malst: Ich glaube, dass Authentizität ein wichtiger Schlüssel für den Erfolg ist.

 

Du selbst bist ja auch multidisziplinär unterwegs...

Da stimmt. Ich habe Uhren gemacht, Schuhe, Interiors, Restaurants...einfach alles.

 

Und welches deiner unzähligen Projekte war für dich persönlich dein spannendstes?

Dieses Jahr ist sehr aufregend für mich, denn einerseits bereite ich gerade eine Ausstellung für ein Museum vor, in der viele limitierte Stücke und Dinge zu sehen sein werden, die ich nichts mit meinen Designs zu tun haben – ein sehr künstlerisches Projekt, in dem es um Einblicke in meine verrückte Welt geht. Und andererseits arbeite ich mir High-End-Firmen wie Cassina oder Fritz Hansen zusammen und designe Möbel für sie. Kurzum: Für mich ist jedes Projekt spannend, wenn ich dadurch Grenzen ausloten und in neue Welten eintauchen kann.

 

DIE LOCATION: Das Kongresshaus in Zürich 

 

Würdest du dich selbst denn eher als Künstler oder als Designer bezeichnen?

Also an solche Kategorisierungen glaube ich einfach nicht. Ich muss ja nicht unbedingt in irgendeine Schublade gehören. Wenn man über das spricht, was es in meinen Ausstellungen zu sehen gibt, dann bin ich diesbezüglich wohl ein Künstler. Allerdings habe ich auch nicht direkt damit begonnen Design zu machen, sondern bin quasi ein Quereinsteiger. Installationen für Museen und verschiedene Galerien waren meine ersten Arbeiten.

 

Ist es wahr, dass du als Kind Koch werden wolltest oder ist das nur Gossip?

Ha! (Lacht) Ja, davon hab ich auch gehört. Ich hab das glaub ich einmal gesagt und dann hat’s seinen Weg durch das Internet genommen. Jetzt steht es überall.

 

Hast du einen Ratschlag für Nachwuchs-Designer?

Wie ich schon gesagt hab: Am wichtigsten ist es, dass die Leute sie selbst sind. Und das zu 100 Prozent. Denn nur, wer er selbst ist, kann das ausdrücken, was er auch wirklich meint. Viele verdecken ihr wahres Talent indem sie versuchen, jemand anderes zu sein. Das ist wirklich sehr schade.

 

NETWORKING: Hayón während seines Messerundgangs

 

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