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Couch auf der Blickfang Zürich

"Ich hoffe, dass meine Kreditkarte heute funktioniert", witzelte Jaime Hayón, Kurator des Jahres 2012, beim ersten Anblick der Design-Stände auf der diesjährigen Blickfang in Zürich.

ZWEI GRÖSSEN: Die Juroren Alfredo Häberli und Rossana Orlandi auf ihrem Messerundgang

 

Und tatsächlich: Bei den rund 220 Ausstellern, die sich vom 23. bis 25. November im Kongresshaus Zürich präsentierten, dürfte nicht nur der spanische Design-Shootingstar Jaime Hayón das Plastikgeld ordentlich zum Qualmen gebracht haben. Immerhin war von Möbeln über Fashion, Accessoires und Kindersachen einfach alles direkt beim Designer zu erstehen und die Versuchung irgendwo auf dem 4500 Quadratmeter großen Areal schwach zu werden dementsprechend hoch.

 

EINBLICKE: Messegeschehen im Voyer des Züricher Kongresshaus

 

Wenig verwunderlich also, dass auch Rossana Orlandi, die bekannte Mailänder Galeristin und Jurorin des blickfang-Designpreises, dem Kauf-Reflex anheim fiel. "Ich liebe praktische Produkte und Design für Kinder", verriet sie, während sie sich beim Rundgang auf der Messe auch an den Stand der Jungs von Nordic Tales landet. Genau, das sind die, die bereits in Hamburg der Jury mit ihren hölzernen Lampenkreationen den ersten Platz entlockt haben (und übrigens ebenso der Autorin dieses Artikels das Geld für einen ihrer fabulösen Entwürfe)!

 

DURCHBLICK: Brillenmodelle "to go" von Alpenglühen

 

Auch der bebrillten Dame gefiehl’s. "Ein Exemplar mit rotem Kabel", wurde fix zum später Abholen geordert. Dann ging’s weiter in UGGs über die Messe. Immer dabei: Das iPad. Damit fotografierte die Galeristin alles, was ihr ins Auge sprang. Die restliche Jury, Michel Hueter vom Design Preis Schweiz, Alfredo Häberli, DER schweizer Designer überhaupt, sowie der spanische Designer Jaime Hayón, der für seine Kreationen bereits mit zahlreichen namhaften Preisen überhäuft wurde, besuchten fleißig Stände, sprachen mit den Ausstellern und machten sich Notizen. Nach zwei Rundgängen über die Blickfang ging’s an die Entscheidung: Wer bekommt Bronze, wer Silber, wer Gold? Wird’s einer der schweizer Blickfanglocals, die auf dieser Messe Premiere feierten? Oder doch vielleicht einer der Blickfangselected Designer? Nicht in allen Fragen war sich die Jury einig. Aber in den meisten.

 

GUTE STIMMUNG: Jury und Gewinner auf der Bühne

 

"Wir haben sehr gewissenhaft diskutiert und es uns wirklich nicht leicht gemacht", resümierte Alfredo Häberli am Abend bei der Verleihung der Design-Awards. Dennoch waren am Ende die Gewinner der ersten beiden Preise keine Unbekannten: Bethan Laura Wood, ausgewählt von Jaime Hayón, durfte sich über Silber, und das italienisch-japanische Design-Paar Minale-Maeda, ausgesucht von Rossana Orlandi, über Gold freuen. "Vielleicht ist es die exquisite Mischung der beiden, schließlich da treffen hier zwei wichtige Designnationen aufeinander", vermutete die. Bronze ging an die Mode-Designerin Ida Gut und ein Ehrenpreis an die Mode Design Schule Zürich. Herzlichen Glückwunsch!

 

LICHTGESTALTEN: "Preziosen" von Maja Klajnert

 

 

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