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Geh mit auf Blickfang

Nach Stuttgart, Basel, Zürich, Wien und Kopenhagen kommt die internationale Design-Messe BLICKFANG im Oktober nun endlich auch nach Hamburg. COUCH sprach mit Geschäftsführerin Jennifer Reaves

COUCH: Seit wann arbeiten Sie für die "Blickfang"-Messe?
Jennifer Reaves: Ich arbeite seit 13 Jahren bei der Blickfang GmbH. Nach meinem Abitur durfte ich als Praktikantin anfangen und bin seither einfach geblieben!

 

Was hat Sie an dem Job gereizt?
Nach meinem Abitur hat mich lediglich die Aussicht auf Arbeit gereizt. Mittlerweile bietet mir der Job allerdings viele spannende Entwicklungsmöglichkeiten und immer neue Herausforderungen. Das Design – und Kreativumfeld in dem ich mich tagtäglich bewegen und beweisen darf, lässt an keinem Tag Routine aufkommen. Das treibt mich an und begeistert mich auch noch nach so langer Zeit bei der blickfang.
 

Die Messe gibt es bereits seit zwanzig Jahren: Wie hat sie sich entwickelt?
Die kreative Ausrichtung ist geblieben. Von Beginn an wollten wir kreative Produkte abseits der Massenware und Produktion zeigen. Der persönliche Kontakt zum Kreativen und die direkte Kaufoption war dabei schon damals Kerngedanke der blickfang. Sicherlich haben wir uns aber in den letzten Jahren weiterentwickelt, sind professioneller und auch anspruchsvoller geworden. Unser internationales Netzwerk bietet sowohl Designern als auch Besuchern heute mehr Möglichkeiten, Inspiration und Information.

 

TRAGFÄHIG: Beisteller "Wooden" mit Neon-Akzent von Henning Bögershausen

 

Was macht den Spirit der Blickfang so besonders?
Die Blickfang ist gleichermassen unterhaltend wie inspirierend! Anders als Fachmessen, bietet sie jedem Besucher und auch Designern ein persönliches und emotionales Erlebnis. Unser Publikum ist auf der Suche nach authentischen Produkten, die ihren Lebensstil ausdrücken. Auf der Blickfang trifft es auf junge, ambitionierte Kreative, die ihre Ideen oft zum ersten Mal öffentlich präsentieren. Da entsteht eine besondere Dynamik, Entdecker – und Unternehmergeist treffen aufeinander und diese beseelte Freude und Spannung ist in den Räumen jeder Blickfang zu spüren.

 

Was macht Hamburg bzw. die Deichtorhallen zu einem idealen neuen Standort?
Blickfang Hamburg ist ein lang gehegter Traum. Die Stadt überzeugt als deutsche Kulturmetropole und Anziehungspunkt für junge und etablierte Designer. Das Publikum hier ist sehr stolz auf seine Identität, ist informiert, schätzt und fördert gute Gestaltung und die lokale Kreativszene. Ich kann mir daher keinen spannenderen Standort für die Blickfang im hohen Norden Deutschlands vorstellen. Mit den Deichtorhallen haben wir die perfekte Location für die "Ideenbörse" gefunden.

 

Wird ein spezieller Fokus auf Hamburger Designer gelegt bzw. wie stark werden diese vor Ort vertreten sein?
Die Blickfang Hamburg zeigt rund 110 Designer. Eine starke Präsenz von lokalen Designern ist uns an jedem Standort ausserordentlich wichtig, denn wir verstehen die Messe auch als Förderer der nationalen und lokalen Kreativszene. Oft entdeckt man hier einen Designer, der nur wenige Schritte vom eigenen Zuhause lebt und arbeitet. Wir freuen uns daher auf eine Vielzahl von Hamburgern Designern. Darunter sind auch viele neue Gesichter.

 

LÄSSIG: Schaukelstuhl "Lobbyist" des Hamburger Designlabels Pliet

 

Wo soll es hingehen mit der "Blickfang"? Sollen noch weitere Standorte hinzukommen?
Derzeit gehen wir mit der Blickfang in eine sehr gute Richtung. Wir verstehen uns immer mehr als internationale Marke und versuchen unser Netzwerk in die Fach- und Designwelt stetig auszubauen. Diese Kontakte nutzen den Designern und sorgen für einen nachhaltigen und hohen Qualitätsanspruch. Ich hoffe, dass wir in Zukunft noch weitere Standorte etablieren können.

 

Was muss man als Label mitbringen, damit man mit einem Stand auf der "Blickfang" vertreten sein kann?
Wir legen Wert auf authentische Produkte. Blickfang-Designer sind oft unabhängige Kreativschaffende, die entweder am Anfang ihrer Karriere stehen oder sich lokal bereits einen Namen gemacht haben. Bei allen Labels steht nach wie vor der Designer im Mittelpunkt. Er oder Sie steht persönlich an seinem Stand und kann so sehr persönliche und inspirierende Emotionen mit seinen Produkten vermitteln. Selbstverständlich verfolgen wir auch einen hohen Qualitätsanspruch. Die Blickfang ist eine Plattform für Design und keine Schau für Kreativhandwerk. Hier vertrauen wir auf eine Jury, die die finalen Teilnehmer bestimmt.

 

PERSÖNLICH: Die Designer sind vor Ort und können Fragen zu ihren Produkten beantworten

 

Rund um die Messe kann man jede Menge Zusatzangebote wahrnehmen, was sind besondere Highlights in Hamburg?
In Hamburg freuen wir uns ganz besonders auf ein umfangreiches Vortragsprogramm zu vielen relevanten Design- und Einrichtungsthemen. Die Vorträge sind kostenlos und finden parallel zur Ausstellung in angegliederten Räumlichkeiten statt.

 

Welche Momente oder Begegnungen begeistern Sie persönlich am meisten?
Noch heute bin ich verblüfft und stolz darüber, dass sich internationale Designgrössen mit der Blickfang auseinander setzen. Diese ersten Begegnungen mit Designern wie Jaime Hayón, Stephen Burks oder Stefan Diez bergen immer ganz besondere persönliche Momente, an die ich lange und gerne zurück denke.

 

Welche Design-Klassiker gehören in Ihre persönliche Top 3?
Die Garderobe "Hang it all" sowie der Loungechair von Eames ausserdem der Butterfly Chair, den es heutzutage ja in vielen Varianten gibt.