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HELLO, LADY GAGA!

Eine Prinzessin, die in Paris herrlich schrille Accessoires designt: Yaz ist mit ihrem Label YAZBUKEY der Popstar der Schmuckszene

Karl-Lagerfeld-Broschen aus Plexiglas, bunt bemalte Plastikfinger-Halsketten und Handtaschen in Form von Ghettoblastern – seit die türkische Designerin Yaz im Jahr 2000 das Schmucklabel „Yazbukey“ gegründet hat, nimmt die Fangemeinde der flippigen Accessoires stetig zu. Dass hinter dem ausgefallenen Label eine waschechte osmanische Prinzessin steht, die ihren Familiennamen geheim hält, macht das extravagante Image nur perfekt. Anfangs noch mit Schwester Emel im Boot, führt Yaz das Unternehmen heute ohne familiäre Unterstützung. Zusammen mit ihrem Chihuahua-Hündchen lebt sie seit 20 Jahren im angesagten Pariser Viertel „Le Marais“. Im Interview erzählt sie von ihrem Leben in einer echten Traumwelt.    

 
COUCH: Eine Prinzessin wird Schmuckdesignerin. Zur Freude Ihrer Familie? 
YAZ: Dass ihre Tochter etwas Unseriöses wie Mode macht, kam für meine Eltern zunächst überhaupt nicht infrage. Also musste ich erst mal mit Politikwissenschaften anfangen und habe mich dann über Industriedesign langsam an Mode herangeschlichen. 
 
Was fand Ihre Familie daran so verwerflich? 
Für sie ist das in etwa so, als sei man Friseur. Ihrer Meinung nach ist es nicht intellektuell und deswegen verboten. 
 
Wollten Sie schon als Mädchen Schmuckdesignerin werden? 
Mein Traum war es, Musik zu machen. Aber da hätte ich mich in den Augen meiner Familie auch gleich prostituieren können. 
 
Sind Sie so exzentrisch, wie Ihr Schmuck vermuten lässt? 
Man glaubt mir das immer nicht, aber ich bin eigentlich eher schüchtern. 
 
Woher kommen dann Ihre ausgefallenen Ideen? 
Meine Geschwister und ich sind in einem goldenen Käfig groß geworden. Für mich haben daher fiktive Welten immer eine wichtige Rolle gespielt. Deswegen arbeite ich auch so gern mit Plexiglas. Damit kann man Dinge täuschend echt nachahmen. 
 
Leben Sie auch zu Hause in einer Traumwelt? 
Oh ja. Jede Ecke in meiner Wohnung erzählt eine Geschichte, wie beispielsweise meine Tropen-Story: Das ist ein Tisch mit Beinen wie griechische Säulen, er sieht aus wie ein Mausoleum. Darauf steht ein Bonsaibäumchen, hinter dem sich ein bunter Vogel auf einem Felsen ver steckt. Um den Felsen habe ich einen Blumenkranz gehängt, daneben steht ein Gummigorilla. Voilà! 
 
Haben Sie ein Lieblingsstück? 
Meine Ananaslampe – die habe ich auf dem Flohmarkt gefunden.
MODEL UND MACHERIN

Ihre neue Kollektion hat Yaz „Saga Africa“ genannt: „Inspiration war meine Ankunft in Paris vor 20 Jahren. Für mich war das die Zeit der Viertel wie Barbès mit seinen afrikanischen Mamas.“

GUTE LAUNE

Ob Smiley-Ohrringe (ca. 45 Euro) oder Obst-Brosche (ca. 90 Euro), Yaz-Schmuck nimmt sich selbst nie zu ernst.

ALLERLEI

Neben Armreifen, die wie Bonbonkringel aussehen, hat Yaz für die Luxushaarpflegemarke Kérastase eine limitierte Edition des Haaröls Elixir Ultime entworfen, ca. 32 Euro.

WOW-EFFEKT

Schlangenohrringe, Yaz-Kette und die gesamte Kollektion finden sich unter www.yazbukey.com

YAZ LIEBT ES,

sich zu inszenieren. Ihr Chihuaha, mit dem sie in Paris lebt, passt bestens ins Konzept

 

PARIS-TIPPS VON YAZ 
  • Ich trage nur Vintagekleidung. Die besten Sachen finde ich beim Auktionshaus Drouot. Manchmal werden dort ganze Kollektionen von Chanel oder Yves Saint Laurent versteigert. www.drouot.com
  • Im Moment gehe ich gerne ins Restaurant „Anahi“. Das Lokal wird von einer Argentinierin geführt, die immer ein schwarzes Kostüm und knallroten Lippenstift trägt –  eine tolle Erscheinung. Ansonsten mag ich das „Bulldog“ im Marais und „Chez George“, Rue du Mail. 
  • Wenn ich Lust auf Tanzen habe, gehe ich ins „Silencio“, in den neuen Privatclub, den David Lynch designt hat. Wodka trinkt man sehr gut im „Caviar Kaspia“.
  • Mein LIeblingsblog heißt „The Fourth Sex And Beyonce“. Hier finde ich jederzeit Inspiration für meine Kollektionen. www.executiverealness.info