Homestory

Uslu Airlines

2003 hoben Feride Uslu und Jan Mihm mit USLU AIRLINES ab. Wir haben das Duo in seinem Büro am Rosenthaler Platz besucht.

So wie Flugzeuge einst die Art des Reisens revolutionierten, wollten auch Feride Uslu und Jan Mihm die Make-up-Industrie ordentlich aufmischen. Mit ihrem ultrafeinen Airbrush-System fand Feride eine vielversprechende Marktlücke und wagte vor neun Jahren zusammen mit Jan den Schritt zur eigenen Firma. Der Jungfernflug startete in New York. Feride arbeitete dort bereits erfolgreich als Visagistin, Jan hatte die Idee zur eigenen Kosmetiklinie. „Airbrush gab es zwar schon vor Uslu Airlines, aber das machte mich nicht glücklich“, erinnert sich Feride. „Wir probierten so lange herum, bis wir eine Methode entwickelt hatten, mit der sich die flüssigen Farben besonders fein als Foundation, Rouge, Lidschatten und Lippenfarbe auftragen ließen.“ Dank der leichten Handhabung gehören zum Kundenstamm nicht nur Profis, sondern auch interessierte Laien. Ihr Kosmetiksortiment umfasst außerdem Lippenstifte und Lipgloss, Concealer, Puder, Pinsel, Wimperntusche und Nagellacke, ihr momentaner Verkaufsschlager. Damals beschlossen Feride und Jan, die Lacke mit Drei-Letter-Codes internationaler Flughäfen zu versehen. So war auch schnell der Firmenname Uslu Airlines gefunden.

 

Inzwischen haben die zwei ihr Headquarter nach Berlin verlegt, beide zog es zurück nach Deutschland. Die Mitte der Hauptstadt schien der einfachste Europa-Einstieg für Ex-New Yorker. „Man fährt zwei oder drei Stationen mit der U-Bahn, steigt in einer anderen Welt aus und fühlt sich trotzdem zuhause“, findet Jan. Der Blick aus dem fünften Stock in der Torstraße verleiht ihnen auch heute noch Flügel. Seit der Gründung landet Uslu Airlines einen Hit nach dem anderen. Durch Kooperationen mit Modedesigner Bernhard Willhelm und Labels wie Mykita, Reebok und Nike erobert das Duo weiter neues Terrain, und das weltweit. Concept Stores in Hongkong, New York und Paris fliegen auf ihre Produkte. Ihr neuestes Projekt heißt Sky Screen: Zusammen mit der Momentum Galerie, dem Urbanears-Flagshipstore und dem Café Oberholz haben Uslu Airlines ein kostenloses Open-Air-Kino ins Leben gerufen. Täglich ab 22 Uhr kann jeder am Rosenthaler Platz Video-Art unter freiem Himmel anschauen. Fasten your seat belts – wir sind gespannt, was die beiden Überflieger als nächstes aushecken.

 

 

Meetingpoint der Crew: Der Showroom ist circa 70 qm groß. Der Tisch ist aus recyceltem, indonesischem Holz. Die Stühle und den Bilderrahm hat Jan von seiner Tante Nini geerbt, ihr Vater war Architekt der katholischen Kirche. Die Schaumstoffhocker in Nagellackform sind Überbleibsel der Bread & Butter. Zusammen mit der Modemesse brachte Uslu Airlines eine Charity-Nagellack-Edition auf den Markt.

 

 

Interieur zum Abheben: Auf der "Aircraft Interiors Expo" in Hamburg hält Jan jedes Jahr nach cooler Flugzeug-Innenausstattung Ausschau. Ein Fundstück ist zum Beispiel dieser Kabinen-Trolley.

 

 

Fahrende Kunst: Zum Geburtstag des Pariser Concept-Stores Colette durften die Kunden die weißen Fahrräder mit Uslu Nagellacken bemalen. Vom Punkt bis zum kleinen Liebesbrief gibt es hier einiges zu entdecken.

 

 

Zweckentfremdet: Die antike Spiegeltür hat Feride zur Schreibtischplatte umfunktioniert und auf zwei Holzböcke von Ikea gelegt. Den original "Aeron Chair" kaufte sie bereits 1998 in New York und brachte ihn mit nach Berlin.

 

 

Hölzern: Die Schiebewand in Jans Büro hat er selbst gebaut. Die verschiedenen Holzplatten aus dem Baumarkt wurden einfach miteinander verschraubt. Auch Jan ist ein Fan vom "Aeron Chair".

 

Und so funktioniert das Airbrush-System von Feride und Jan:

 

Mehr Infos zu Uslu Airlines und einen Produktshop gibt es unter www.usluairlines.com.

 

 

Fotos: Neumann und Rodtmann
Video: Uslu Airlines