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Vom Hotel zum Ashram

Full-Moon-Partys, Meditation, Musik-Gigs: Im Cabana-Dorf "Papaya Playa" in Tulum, Mexiko, wird's so schnell nicht langweilig. Was hinter dem Pop-up Konzept steckt, verrät uns Claus Sendlinger, Gründer und CEO von Design Hotels.

 

Herr Sendlinger, was ist an Pop-ups so faszinierend?
Als das Pop-up Phänomen vor nicht allzu langer Zeit im Einzelhandel anfing, waren wir von der Vorstellung, diese Idee in der Hotellerie umzusetzen, begeistert. Für manche Leute mag das Konzept des "wieder Verschwindens" das genaue Gegenteil eines erfolgreichen Geschäftsmodells sein, das auf Stammkunden und Markenloyalität basiert. Für die Pop-up Kunden zählen jedoch andere Werte – sie suchen nicht nach Beständigkeit, sondern nach Erlebnissen, die sie nur hier und heute bekommen, weil sie morgen nicht mehr da sind.

 

 

Relaxte Stimmung bei Tag und bei Nacht: Palmen-Idyll am Strand von Tulum

 

Sie haben mit Papaya Playa das erste Pop-up Hotel gestaltet. Was unterscheidet das Konzept von anderen?
Unser erster Gedanke war: Wenn das Pop-up Konzept bei Shops und Restaurants erfolgreich funktioniert, wieso nicht auch bei Hotels? Also haben wir die Chance genutzt und das Papaya Playa Project mit 85 Cabanas für sechs Monate eröffnet. Zusammen mit unseren Partnern KaterHolzig und Mamapapacola aus Berlin sowie 42° Raw aus Kopenhagen wollten wir ein Stück europäisches Gypsy-Gefühl an diesen wunderschönen Strand nach Tulum bringen und ein Gemeinschaftsgefühl entwickeln. So haben wir Gäste aus aller Welt angezogen und schon nach kurzer Zeit war das Projekt so erfolgreich, dass wir nun in die Verlängerung gehen.

 

Wie würden Sie das Design des Hotels beschreiben?
Authentizität ist uns wichtig. Mit Hängematten, Pinatas und kräftigen Farben wollen wir das mexikanische Lebensgefühl zu unseren Gästen transportieren. Die Cabanas sind mit Strohdächern und Moskitonetzen zudem sehr offen gehalten, sodass die Gäste fast mitten in der Natur sind.

 

 

Schon in der Lobby ahnt man: Das "Papaya Playa" ist nicht wie andere Hotels

 

Wie wichtig war Ihnen der Community-Gedanke?
Der Gemeinschaftsgedanke ist extrem wichtig. Alle öffentlichen Bereiche wie die Bar, das Restaurant und der Beach Club sind beliebte Treffpunkte für unsere Gäste, hier finden oft spontane Partys statt oder man trifft sich einfach nur, um zu reden.

 

Hat Nachhaltigkeit bei der Entwicklung des Projekts eine Rolle gespielt?
Ja, wir haben zum Beispiel nur regionale Produkte zum Kochen verwendet und für die Renovierung Handwerker aus der Region beschäftigt, die ausschließlich mit heimischen Materialien arbeiteten. Mit Finding Infinity arbeiten wir gerade an einem Konzept für das Papaya Playa Project, wo wir umfangreiche nachhaltige Maßnahmen etablieren. Wir werden es künftig mit 100 Prozent erneuerbaren Energien betreiben, unser Gemüse selbst anbauen und die Gäste mit einem Bio-Diesel betriebenen Shuttle-Bus vom Flughafen abholen. Ross Harding, der Gründer von Finding Infinity, veranstaltet im Papaya Playa auch regelmäßig Partys, bei denen die Musikanlage und sein gesamtes Equipment mit Solarenergie betrieben werden.

 

 

Jung, kreativ, verrückt: Hier trifft man viele Jetsetter-Gipsys

 

Wen trifft man im Papaya Playa?
Meist Lifestyle-Reisende aus Metropolen, für die Mode, Architektur, Kunst und Musik eine zentrale Rolle spielen. Sie sind auf der Suche nach Orten, an denen sie auf Gleichgesinnte treffen und echte Erlebnisse haben können.
 

Im September wird die Geschichte weitergeschrieben, worauf kann man dann gespannt sein?
Das Pop-up ist vorbei, aber wir sind in die touristische Entwicklung der Destination Tulum weiterhin involviert. Wir möchten für unsere Kreative Klasse ein komplett nachhaltiges Urlaubserlebnis schaffen. Eines Tages war dann die Idee für das "PopUp Ashram" geboren. Ab September wird es nun im Papaya Playa zu Gast sein und lässt Gäste für sieben Wochen in die Welt der Spiritualität eintauchen.  

 

 

Relax-Hütte: Schlafen wie Robinson Crusoe - nur komfortabler

 

Was steckt hinter dem Ashram - und wie spirituell muss ich sein, damit es mir gefällt?
Im "PopUp-Ashram" ist jeder willkommen, der neugierig auf ein wenig Spiritualität ist. Wir bieten hier verschiedene Workshops an - vom Yoga bei Sonnenaufgang bis hin zur Meditation bei Sonnenuntergang. Und dazwischen ist die Auswahl groß: Workshops, Heilungszeremonien und Musik. Egal ob Anfänger oder Profi. Jeder kann hier so tief eintauchen, wie er möchte.

 

 

 

Mehr Infos: "PopUp Ashram", ab 15. September 2012 im Papaya Playa, ab ca. 41 Euro, www.popupashram.com, www.designhotels.com
 

 Bilder: Polina Sirosh; PR